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28 Wochen später (2007) 
Originaltitel: 28 Weeks Later
Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Buch: Juan Carlos Fresnadillo, Rowan Joffe
   
Ø-Wertung 4/10
Kritik von Christoph (06.09.07)
2002 sorgte ein Schocker aus England für Furore, der dem Genre des Zombie-Filmes neuen Aufwind gab - ironischerweise. Denn "28 days later" handelt gar nicht von Zombies, sondern von mit dem Wut-Virus infizierten Menschen, deren sprichwörtliche Raserei vom Hunger nach Menschfleisch angetrieben wird. Die Seuche war nicht aufzuhalten.

Ohne zuviel über Teil 1 zu verraten: "28 weeks later" haben die Einwohner des englischen Eilands trotzdem eine Möglichkeit gefunden, ihre Heimaterde wiederzubevölkern. Dass das keine gute Idee ist, liegt in der Natur der Sache und wird durch die Anwesenheit des US-amerikanischen Militärs nicht wirklich kompensiert. Mitten in London bricht das Virus erneut aus, und die überforderten und arroganten US-Generäle treffen eine hilflose Entscheidung nach der anderen, was nicht nur für die Infizierten eine Bedrohung darstellt...

"28 weeks" ist nur eine recht lose Fortsetzung, die ohne Bezug zu den Charakteren aus dem Vorgänger auskommt, diesen aber trotzdem in allen Ehren hält. Zum Glück waren die ehemaligen Autoren/Regisseure als Produzenten beteiligt.

Und so kann man auch diese neue Schlachtplatte tendenziell als gelungen bezeichnen. Eine wirklich düstere Atmosphäre, ein ausgefeilter Spannungsbogen, hauptsächlich überzeugende Darsteller und ein äußerst eindringlicher Soundtrack hämmern die dramatische Geschichte direkt ins Gehirn. Da kann man über ein, zwei inhaltliche Ungereimtheiten gerade noch hinwegsehen.

Leichte Abzüge müssen jedoch in Anbetracht der äußerst platten Charakterzeichnungen vorgenommen werden. Einer Figur verschafft man keine Tiefe, indem man ihr eine Postkarte mit der Aufschrift "Daddy, wir lieben Dich" hinter das Helikopterfenster klebt. Da hatte Teil 1 mehr zu bieten. Trotzdem kann man auch der Fortsetzung durchaus sozialkritische Ansätze nicht absprechen, gerade, was die Taktik der Amerikaner im Irak angeht.

Ein erheblicher Wermutstropfen bei diesem eigentlich gelungenen Horrorschocker stellt allerdings - wie auch schon bei anderen Filmen kritisiert - der exzessive Einsatz der so genannten "Wackelkamera" dar. Zwar gibt es Werke, bei denen es noch viel schlimmer zugeht. Aber gerade der beängstigende Beginn von "28 weeks" und die in der zweiten Hälfte domininierende, atemlose Hetzjagd durch die Strassen Londons weisen doch erhebliche Defizite an optischer Nachvollziehbarkeit auf. Einfach zu ruhelos schwenkt die Kamera durch die Gegend, ohne Bezug zu Objekt oder Subjekt. Völlig unkontrollierte Schnitte, unscharfes Zoomen und ein ständiges, viel zu schnelles Herumreißen des Objektivs machen alles noch viel anstrengender.

Die Hoffnung, dass dieser filmische Unfug bald eine Ende hat, ist bisher unbegründet. Auch "Das Bourne-Ultimatum" soll wieder ganz auf die verwackelte Handkamera und den ruhelosen Schnitt setzen - schade. So kann man auch Zuschauer an die Heimkinoanlage vertreiben, denn nur auf dem kleineren Bildschirm ist für viele Zuschauer derartiges zu ertragen.

Im Falle von "28 weeks" ist es wie gesagt nicht ganz so schlimm, führt aber trotzdem zu einer erheblichen Abwertung. Man will doch einen Film nicht nur sehen, sondern auch verfolgen können! Ohne die versaute Kameraarbeit wären hier durchaus 8 Punkte möglich gewesen.
Note: 5/10
Darsteller:
Stewart Alexander Military Officer
Idris Elba Stone
Meghan Popiel DLR Soldier
Mackintosh Muggleton Andy
Imogen Poots Tammy
Rose Byrne Scarlet
Harold Perrineau Jr. Flynn
Jeremy Renner Doyle
Beans El-Balawi Boy in Cottage (as Beans Balawi)
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